Weblog von juwi

Plötzlich Herbst

Der Schweiß rinnt mir die Stirn hinunter, es ist neblig und kalt wie noch vor ein paar Tagen in Tasmanien – das ist jetzt schon wieder so weit weg. Mein Zelt ist innen mit Eis bedeckt. Ich beeile mich mit Anziehen und verschwinde gleich in die Zeltplatz-Küche, die mir etwas Schutz bietet. Es ist nicht mehr weit nach Devenport, dem Fährhafen Tasmaniens, nur noch 80 km, aber die Temperaturen um den Gefrierpunkt machen es nicht gerade zu einem Spaß, durch den Nebel zu fahren. Die Fahrt führt aus den Bergen hinab vorbei an kleinen Bauernhöfen und Flüssen.

Der Regen, der den Nebel ersetzt, beflügelt mein Tempo und ich kann mich bald bei einem Kaffee in Devonport meinen angestauten Mails widmen, während ich auf die Fähre warte.

Schnee

Hobart, die zweitälteste Stadt Australiens, hat Charme mit ihren alten Sandsteingebäuden und dem Hafen. Da können mich auch nicht die 6 Grad Höchsttemperatur und die immer wieder durchziehenden Regenwolken abhalten, einen Rundgang zu machen und die Sehenswürdigkeiten wie "Salamanca Place", "Batterie Point" und "Macquarie Warf“ anzuschauen.

Als mich am nächsten Morgen dann auch noch Sonnenschein empfängt kann ich es mir nicht nehmen lassen, den Hausberg „Mt Wellington“ zu beradeln. 22 km windet sich die Straße hinauf auf die 1270 Meter. Bei meiner Abfahrt hat es unten 3 Grad, oben liegt frischer Schnee von den letzten Tagen.

Schnell unterwegs

Es viel mir nicht leicht von Sydney in die 2 Zugstunden entfernten Blue Mountains zu fahren. Zum einen gefiel die Stadt mir sehr, aber auch Prasheela kochte so gut – aber es waren ja nur drei Tage. Schon auf dem Hinweg begeisterte mich die Gegend und als ich es noch zum Sonnenuntergang zum „Echo Point“ - einem Aussichtspunkt – schaffte und zu den „Three Sisters“- einer Felsformation – mit samt den umliegenden Schluchten, bin ich nun voll und ganz überzeugt von den Bergen die einst in der Besiedlung Australiens ein großes Hindernis darstellten. Den Namen übrigens verdanken die Berge den Eukalyptusbäumen und ihrem Harz, das wenn es ausgast einen blaugrünlichen Dunst über den Tälern erzeugt.

Nach Sydney

Noch einmal Schafe einfangen - das Stand für mich am letzten Abend auf dem Programm. Eine meiner Lieblingstätigkeiten auf der Farm. Auch sollten die riesigen Haufen Holz zum Brennen gebracht werden, die die Bulldozer zusammengeschoben hatten. So richtig klappte das allerdings nicht. Da half auch kein Benzin/Diesel- Gemisch – es war einfach zu feucht.

Aber nicht nur Holz, auch der gesamte Abfall wird auf der Farm einfach in ein paar alten Ölfäßern mit etwas Diesel zusammen verbrannt und anschleißend in eine Grube gekippt, wo auch schon der alte Fernseher, Kühlschrank und die abgefahrenen Reifen liegen.

Großstadt und Outback

1.8 Millionen Einwohner und es werden immer mehr. Wöchentlich ziehen 900 Personen nach Brisbane. Somit ist Brisbane die am schnellsten wachsende Stadt Australiens. „Angenehmes Klima und einfach eine relaxte Atmosphäre„, so steht es auch im Reiseführer und das kann ich auch bestätigen. Schnell sind die Tage vergangen an denen ich durch die Stadt geschlendert bin, am Ufer des Brisbane River den Yachten hinterher und den Kletterern nachgeschaut habe, die an den Uferfelsen mit Seil und Haken zugange waren, schöne Parks besichtigt, mich auf einer Parkbank ausgestreckt oder mich gar mit einem Metzger unterhalten habe, der deutsche Wurstwaren auf dem Wochenmarkt angeboten hat.

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