Weblog von juwi

Regen im Regenwald

Alles ist nass und klebt auf der Haut, zum Glück ist es nicht kalt. Ausziehen, abtrocknen und dann zum Essen, das zwischen dem zweiten und dritten Tauchgang serviert wird. Vor ein paar Tagen war ich noch mitten in der Wüste unterwegs und jetzt hier - am Great Barrier Reef direkt vor der Küste Australiens steige ich in das feuchte Reich von Neptun herab. Tennant Creek sagte ich am späten Abend „Lebewohl“ aus dem Bus heraus, fuhr vorbei an der Minenstadt „Mt Isa“ und dank des freundlichen Busfahrers erreichte ich am Abend dann Townsville - nicht wie von mir gebucht „Woodstock“ das gute 40 km vor Townsville liegt, aber 50 Dollar günstiger ist.

Kälterekord in Alice Springs

Noch einmal zog es mich zum Sonnenuntergang hinaus zum Ayers Rock. Zusammen mit hunderten anderen wollte ich dem Farbwechsel des Monolithen beim Sonnenuntergang beiwohnen. Diesmal hatte ich Glück. Bei blauem Himmel konnte ich in aller Ruhe zusehen und endlich die jedermann bekannten „Postkarten-Motive“ schießen. Morgens stieg ich dann wieder frierend auf meinen Drahtesel denn Kings Canyon hieß das nächste Ziel. Was ebenfalls ein „Muss“ ist hier im Zentrum Australiens. Die Strecke bis zum Abzweig brachte keine Überraschungen. Die hatte ich schon mal abgeradelt und auch der Nachtplatz war mir bekannt.

Von +34 Grad auf -2 Grad

Oh ist das kalt! Mir frieren fast die Finger ab. Dabei habe ich doch Beinlinge, ein langes winddichtes Oberteil, Handschuhe und sogar Neopren-Überschuhe an! Die Beine sind müde und Hunger habe ich auch schon, obwohl es gerade erst 10.30 Uhr ist. Das liegt wohl an der langen Etappe gestern - 204 km!!

In Darwin hatte ich es mir noch gut gehen lassen mit meinem täglichen Bad im Pool, einem Besuch des „Mindil Beach Sunset Market“ mit dem dazu gehörenden Sonnenuntergang am Strand und den spannenden Fußballspielen der WM. Wobei das nicht gerade leicht war, mitten in der Nacht - um 3.00 Uhr - aufzustehen und in die Stadt zu laufen, um das Deutschlandspiel zu sehen.

Feuer und Wasser

Wie schon angekündigt bin ich in Karratha in den Bus gestiegen, um bis nach Katherine in die Northern Territorys durchzufahren. Angesichts dessen, das ich durch die Busscheiben gesehen habe, bin ich auch nicht traurig über meine Entscheidung. Bei jedem Stopp an den Roadhouses achtete ich auf den Wind und konnte mich insgeheim freuen, da seine ständige Anwesenheit meine Entscheidung bekräftigte, wie auch die Landschaft, die sich nicht änderte.

Da es ja nicht gerade eine kleine Strecke war, die ich zurücklegte - Reisezeit 36 std - konnte ich die Nachtfahrt auch genießen und miterleben wie der Busfahrer trotz reduziertem Tempo immer auf der Hut sein musste vor Kängurus oder streunenden Rindern. Zwei mal wurde er sogar zu einer Vollbremsung veranlasst wegen der Rindviecher.

Gut, dass man das Elend nicht sieht

Wieder kann ich auf ein paar Kilometer mehr auf meinem Tacho zurückblicken. Es hatte eigentlich so schön angefangen nach dem ich Geralton verlassen hatte, es rollte gut, der Wind blieb mir gnädig und ich wurde abends sogar zum Wein eingeladen. Meine Tagesetappen wurden länger – ja bis zu 170 km strampelte ich bei den hier kurzen Tagen. Übernachtet habe ich meist auf den gut angelegten Raststätten. Meine Nachbarn waren dann meist Wohnwagenfahrer, die mir mit Tisch und Bank das Camperleben erleichtert haben.

Als ich mal wieder "wild" übernachten wollte, fing das Übel an. Wie immer schob ich mein Rad durch das Gestrüpp an einen von der Straße nicht einsehbaren Teil.

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