Glück im Spiel

Weiter folgen wir der spektakulären Highway 1 Richtung Süden. Kurz bevor wir bei San Simeon ins Landesinnere abbiegen wartet noch einmal ein kleiner Knaller. Hunderte See-Elefanten lungern am Pazifikstrand und sind fast hautnah von den Touristen zu beobachten, ein unglaubliches Schauspiel. Weg von der windigen Pazifikküste steigen die Temperaturen schnell wieder an, am Übernachtungsort Bakersfield im Central Valley haben wir schon wieder deutlich über 30°Celsius.

Am folgenden Tag im Death Valley, das wir nach dem Fahrrad jetzt auch mit dem Auto besuchen, sind wir dann schon bei deutlich über 40°C angekommen. Auch nachts kühlt es kaum ab, sodass nur schwer an Schlaf zu denken ist. Jetzt bekommt man eine gute Vorstellung davon, wie unwirtlich das Tal im Hochsommer sein muss. 57°C ist der bisherige Höchstwert der vor Jahren gemessen wurde. Interessanterweise können wir auch bei diesen Temperaturen den Blick auf den immer noch leicht schneebedeckten!! Telescopemountain genießen, der mit seinen über 3000m das Tal überragt.

Vorübergehender Abschied von Juwi

San Francisco gefällt uns sehr gut. Doch Oli muss dem anstrengenden Nachtleben Tribut zollen. Wir haben unseren ersten Patienten. Auch eine andere Facette der Stadt berührt uns unangenehm. Unser Hotel liegt nahe dem Problemviertel Tenderloin. Was sich hier an Verlierern des amerikanischen Traums vom grossen Geld findet sprengt alle Vorstellungen. Etliche Obdachlose vegetieren in den Strassen; eine krasse Schattenseite der letzten grossen verbliebenen Weltmacht.

Während Britt, Oli und ich mit dem Mietwagen südlich Richtung Pazifikküste fahren, bleibt Juwi noch einige Tage in San Francisco. Er möchte gut gestärkt in die nächsten Radetappen gehen. Er wird entlang der Pazifikküste zur Vancouver-Island (Kanada) radeln um dort wandern zu gehen. Nach dem "Autoausflug" in die amerikanischen Nationalparks, folge ich ihm in vier Wochen zusammen mit Hugo um ihn in Seattle wiederzutreffen. Dann stehen Mitte/Ende Juni die schweren Etappen nach Alaska auf dem Programmzettel. Vorerst heisst es aber eine Träne verdrücken und alles Gute wünschen.

Ankunft in San Francisco

Die Fahrt durch das San Joaquin Valley (Central Valley) wird erwartet unangenehm. Enormer Gegenwind zwingt uns bei Los Banos in die Knie. Erschöpft beziehen wir im netten Los Banos Motel Quartier um Energie für die letzte Etappe nach San Jose zu schöpfen. Allerdings toppt der folgende Tag noch einmal die Anstrengung; Auge in Auge mit Dutzenden überfahrenen Schlangen quälen wir uns 60km gegen übelste Windböen über den Pacheco Pass. Schwerlastverkehr und viele Baustellen machen das Radeln zur Qual (im nachhinein erfahren wir, dass wir einen der Unfallschwerpunkte im Großraum San Francisco als Fahrstrecke gewählt haben). Doch manchmal werden auch die Mühen belohnt. Der Wind dreht und wir radeln mit neuem Tagesrekord von 145km letzlich entspannt ins Herz von San Jose (der inoffiziellen Hauptstadt des Sillicon Valley) und kommen dort für mehrere Tage bei unseren amerikanischen Freunden Yaeko und Mike unter.

Aus Versehen auf den Half Dome

Wir tanken Kraft in Oakhurst und dann geht es erneut in steilem Auf und Ab rein in die Sierra Nevada. Ueber Fish Camp betreten wir den sagenhaften Yosemite-Nationalpark. Die Natur ist grossartig, aber das enge Tal ist verstopft mit tausenden von Fahrzeugen und Touristen. So voll haetten wir den Park Anfang Mai noch nicht erwartet, nur mit Muehe bekommen wir einen Platz auf den riesigen Zeltplaetzen. Die naechste Enttaeuschung folgt, die Ranger teilen uns mit, der Weg zum 2693m hohen Half Dome (dem Wahrzeichen des Parks) ist wegen Schnee noch bis Juni geschlossen.

Wir richten uns auf dem Zeltplatz ein und werden mehrfach von den Rangern auf das Baerenproblem angesprochen. Um die 20 Baeren sind im Gebiet der Campingplaetze unterwegs und klappern bei Nacht das Revier nach Fressbarem ab. Also,

Bärenjagd auf 2000m

Zuerst die gute Nachricht; die Probleme mit den externen Festplatte sind teilweise gelöst, es darf also bald wieder mit Bildern gerechnet werden, auch nachträglich beim Eintrag vom 24.04. Zurück zu unseren alltäglichen Erlebnissen und Abenteuerchen. Wir verlassen Lone Pine und fahren bolzengerade 100km nach Süden. Eigentlich sind wir in Lone Pine nur wenige Meilen von unserem nächsten Ziel dem Sequoia Nationalpark entfernt, doch die schier unüberwindbare Wand der Sierra Nevada macht einen Umweg von nahezu 350km notwendig. So kommen wir in das Vergnügen in Inyo Kern in einem der schrägsten Motels Kaliforniens zu übernachten und nach hunderten von Höhenmetern und sturmähnlichem Gegenwind im San Joaquin Valley mit seinen Meer aus Orangenhainen zu landen. Genial, an den abgeernteten Bäumchen warten immer noch genug Früchte auf die von der kalifornischen Sonne ausgetrockneten Radheroen. Ausser den Orangen warten auch noch jede Menge Schlangen im Strassengraben. Die teils riesigen, plattgefahrenen Reptile lassen unsere Lust auf Wildzelten etwas sinken. Am Kaweah-Lake finden wir mit einem schön gelegenen Zeltplatz die ideale Basis für die Erkundung des Sequoia-Parks.

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