Mal wieder in den hohen Norden

Der Plan war, in den Norden zu fahren, genauer gesagt nach Schweden und Norwegen.

Etwas nach der Saison, damit nicht mehr so viel los ist, die Fähren billiger sind und es einfacher ist, einen Stellplatz zu bekommen!

Die Fahrt bis Kiel ging zügig, im Lkw-Tempo eben.

Dort kaum in der Schlange zur Fähre eingereiht, kamen mein Onkel und meine Tante vorbei und brachten süßes Gebäck für einen Kaffee mit – so startet man in den Urlaub.

Kaum waren wir auf der Fähre und hatten das Zimmer begutachtet, ging es zum skandinavischen Büfett – ein „Muss“ bei jeder Fährfahrt in den Norden.

Gut gestärkt ging es in Göteborg von Bord und sogleich weiter ins Landesinnere. Vorbei an den allgegenwärtigen roten Holzhäusern und den enorm gepflegten Gärten erreichten wir auch schon bald die ersten Schotterpisten, die ich herausgesucht hatte.

Vorsicht war geboten, beim Fahren und erst recht beim Wandern. Die Elchjagd war angebrochen und gefühlt jeder Schwede wollte seinen Elch schießen.

Bei so viel Blei in der Luft und Hunden, die umherstreunten, um die Elche aufzuspüren, war es gar nicht so leicht, welche zu entdecken.

Vor lauter Blaubeerensammeln verpasste ich doch tatsächlich unseren ersten Elch, der beim Wandern vor uns stand. Aber es folgten in den nächsten Tagen noch weitere Elche, die ich dann auch sah – ohne Blaubeeren im Mund.

In Östersund besuchten wir ein Museum und lernten viel über die Samen, ihre traditionelle Lebensweise und die Rentierzucht.

Rentiere sahen wir auch viele, auch noch in den Hochlagen, als wir die höchste befahrbare Straße in Schweden befuhren.

Immer weiter führte unser Weg in den Norden. Unzählige Seen, Wälder in leuchtenden Gelb- und Rottönen und wunderschöne Wasserfälle, aber auch einstellige Temperaturen und Regen begleiteten uns.

Kurz vor der nördlichsten Stadt in Schweden passierten wir große Abbaugebiete für Eisenerz.

Ab hier war auch ein reger Zugverkehr zu sehen, nicht so wie etwas weiter südlich, wo wir eine Eisenbahnbrücke zum Überqueren eines Flusses nutzten.

In Kiruna selber stockten wir die Vorräte noch einmal auf und tankten nochmals, denn Norwegen ist ja bekanntlich nicht ganz so günstig. Danach ging es auch bald über die Grenze.

In Narvik besuchten wir das Kriegsmuseum, da sich hier im Zweiten Weltkrieg die größten Schlachten in Norwegen zutrugen – wegen des Eisenerzes, das für Deutschland für die Rüstung wichtig war!

Die Vesterålen und die Lofoten waren nach Narvik unser Ziel.

Eigentlich dachte ich, dass hier im hohen Norden nicht mehr viel los sei – aber weit gefehlt.

So viele Camper hatte ich nicht erwartet. Auch war es jetzt nicht ganz so leicht, einen Platz zum Übernachten zu finden.

Viele Plätze am Wegesrand oder auch Straßen, die wegführen, sind gleich gekennzeichnet, sodass man dort nicht campen darf.

Wir haben dennoch immer etwas Schönes gefunden und konnten auch bei gutem Wetter angeln gehen und mit dem Kanu auf dem Fjord paddeln.

Adler durften wir ein paar sehen, und auch ein Seehund zeigte sich.

Aber ganz so viel „Spazierenschauen“ wie in Schweden konnte ich beim Fahren nicht.

Die Straßen waren eng, manchmal nur für ein Fahrzeug ausgelegt, und die vielen Autos und Camper forderten meine Aufmerksamkeit – ich möchte nicht wissen, wie es hier in der Hauptreisezeit aussieht!

Aber das schroffe Gebirge, die malerischen Fischerdörfer mit ihren Gestellen zum Fischtrocknen, weiße Strände, fast wie in der Südsee – all das lockt natürlich an!

04.09.2006 – 117.153 km 20.09.2006 – 120.425 km 16 Tage – 3.272 km